Meine Reise ans andere Ende der Welt

Australia

“Every dreamer knows that it is entirely possible to be homesick for a place you’ve never been to, perhaps more homesick than for familiar ground.”
― Judith Thurman

Mein großer Traum, Au Pair in Australien zu werden, geht nun tatsächlich in Erfüllung. Vor fast 24 h Stunden hat die längste Reise meines Lebens am Hamburger Flughafen begonnen. Nun sitze ich bereits tausende Kilometer entfernt in Hongkong und versuche zu realisieren, was hier eigentlich vor sich geht. In mir herrscht ein riesieges Chaos der Gefühle. Von freudiger Aufregung, über Sprachlosigkeit, bis hinzu Sehnsucht nach meinen Liebsten – in mir treffen gerade all diese Emotionen aufeinander.

Abschied nehmen

Der Tag des Abflugs war gekommen und damit auch der Zeitpunkt, an dem ich Abschied nehmen musste – von all den Menschen, die mir besonders am Herzen liegen und mit denen ich in den letzten Jahren so viel Zeit verbracht habe. Noch nie zuvor war ich für so lange Zeit von meiner Familie getrennt. Vielleicht fiel es mir auch genau aus diesem Grund so schwer, zu realisieren, auf welch große Reise ich mich eigentlich begab. Erst am allerletzten Tag begann ich, mich allmählich ziemlich komisch zu fühlen. Schon am Morgen spielte mein Magen verrückt. Um einen klaren Kopf zu bekommen – so klar es in dieser Situation eben ging -, musste ich einen kleinen Spaziergang im Freien machen. Besonders der Abschied von meinem Freund nach unserem letzten gemeinsamen Frühstück machte mir mehr zu schaffen, als ich erwartet hatte und ging mir nicht aus dem Kopf.

Am Flughafen musste ich dann auch meinen anderen geliebten Menschen Tschüss sagen. Ein letztes Mal für die nächsten sechs Monate konnte ich meine Familie und meine wirklich guten Freunde in den Arm nehmen. Dank all der lieben Worte und dem Wissen, von solch tollen Menschen geliebt und geschätzt zu werden, war ich mir sicher, dass ich mich auch am anderen Ende der Welt nicht allein fühlen würde.

Flug Nr.1: Von Hamburg nach London

Der erste Flug war die Art von Flug, die ich bereits kannte: Eine relativ kurze Strecke, die innerhalb von wenigen Stunden zu überwinden war. Da ich jedoch emotional immer noch ziemlich neben mir stand, fühlte sich bereits die Reise von Hamburg nach London anders an als meine bisherigen Flüge. Dank netter Sitznachbarn wurde ich dann etwas von meinem Gefühlschaos abgelenkt und konnte ein bisschen runterkommen. Die kurzzeitige Entspannung ließ bei meiner Ankunft in London aber ganz schnell wieder nach – wie in Trance machte ich mich auf den Weg zum Gate für meinen nächsten Flug.

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Flug Nr.2: Von London nach Hongkong

Mein zweiter Flug war nicht nur der längste meines Lebens, sondern auch mein allererster Langstreckenflug. Schon beim Betreten des Flugzeuges war ich von dessen Größe beeindruckt und mir sicher, dass ich die nächsten 11h dort gut überstehen würde. Da mein Flug – nach deutscher Zeit – am späten Abend startete, war ich müde genug, um nach dem Essen für ein paar Stunden zu schlafen. Am Morgen wachte ich einigermaßen gut erholt auf und wunderte mich, wie schnell die Zeit doch vergangen war. Dank Büchern, Frühstück und Filmen zogen dann auch die letzten Stunden schneller vorbei, als gedaht. In Hongkong angekommen war ich erst einmal völlig überwältigt von dem Gedanken, so weit Weg von zuhause auf einem anderen Kontinent zu sein. Nach einer Runde Yoga am Flughafen fühlte ich mich dann absolut bereit für meinen nächsten Flug.

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Flug Nr.3: Von Hongkong nach Cairns

Inzwischen sitze ich nicht mehr in Hongkong, sondern habe bereits den letzten Flug meiner großen Reise hinter mir. Weitere sieben Stunden verbrachte ich im Flugzeug, um von Hongkong nach Cairns an Australiens Ostküste zu kommen. Da ich ziemlich aufgeregt war, weil ich bald meine Gastfamilie treffen würde, viel es mir dieses Mal ein bisschen schwerer, Schlaf zu bekommen. Trotzdem verging auch bei diesem Flug die Zeit wesentlich schneller, als gedacht. Plötzlich waren wir nur noch wenige Kilometer von Cairns entfernt und bereit für die Landung. Es war ein unglaublich tolles Gefühl nach dieser langen Reise, tatsächlich mein Ziel erreicht zu haben. Ich war nun wirklich in Australien und hatte mir damit einen meiner größten Träume verwirklicht.

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Ankunft in Cairns

In Cairns angekommen wurde meine Aufregung immer größer. Ich konnte es kaum erwarten, endlich auf meine Gastfamilie zu treffen und war gespannt, wie die erste Begegnung verlaufen würde. So sehr wünschte ich mir, dass die Familie genau so nett ist wie es bis jetzt schien. Trotz der langen Reise fühlte ich mich kein bisschen müde. Voller Energie machte ich mich mit meinem Koffer – der zum Glück auch in Cairns angekommen war – auf den Weg Richtung Ausgang. Dann war es wirklich so weit: Ich durchquerte die Türen der Ankunftshalle und sah die ganze Familie, die ich bis jetzt nur vom Skypen und Schreiben kannte, dort sitzen – überwältigend!

 

 

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2 Gedanken zu “Meine Reise ans andere Ende der Welt

  1. Hallo Lina,
    es freut mich zu lesen, dass du gut angekommen bist. So lange zu fliegen ist etwas anstrengend, aber ich glaube, du hattest auch am Ende ein sehr schönes Gefühl, dass du in den letzten so viel geschafft hast und darum kannst jetzt da auf einer der entfernten Kontinenten stehen.
    Viel Spaß und schöne Zeit auf einer neuen Seite von deinem leben!
    Liebe Grüße.

    Gefällt 1 Person

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