5 Dinge, die ich in meinen ersten Wochen als Au Pair gelernt habe

Australia

“One never reaches home,‘ she said. ‚But where paths that have an affinity for each other intersect, the whole world looks like home, for a time.”
― Hermann Hesse

  1. Es ist schön, die Welt noch einmal mit den Augen eines Kindes zu sehen.
    Als Au Pair verbringt man eine Menge Zeit mit den Kindern – fast jeden Tag wird gebastelt, getobt und gespielt. Hier in Cairns gehe ich nun wieder auf Spielplätze, baue Häuser aus Lego und spiele Verstecken. Au Pair Sein ist für mich quasi die zum Leben erweckte Erinnerung an meine Kindheit. Noch einmal kann ich auf diese Weise selbst miterleben, wie es sich anfühlt, langsam groß zu werden.

    Kleine Dinge erscheinen plötzlich wieder so gigantisch, wenn man mit den Augen eines Kindes auf sie blickt. Ein Spielzeug ist nicht bloß ein Spielzeug, sondern das Tor zu einer anderen Welt – der Welt der Fantasie und der Vorstellungskraft. Ich bin dankbar, mit Lincoln und Scarlett ein weiters Mal diese Welt zu erkunden und daran erinnert zu werden, was ich doch selbst für eine schöne Kindheit hatte.

  2. Es läuft selten alles wie geplant.
    In einer großen Familie gibt es manchmal auch ein großes Durcheinander. Es werden zwar Pläne gemacht, jene jedoch oft über den Haufen geworfen oder durch neue Pläne ersetzt – immer kommt irgendetwas dazwischen. So manches Mal wird für die Kids ein spontanes „Play-Date“ organisiert oder Freunde der Familie kommen unangekündigt zum Abendessen vorbei.

    Spontanität wird in meiner Gastfamilie großgeschrieben. Dementsprechend sind natürlich auch meine Arbeitszeiten sehr flexibel. An manchen Tagen bin ich die meiste Zeit mit den Kindern beschäftigt oder helfe der Familie im Haushalt, an anderen Tagen steht fast gar keine Arbeit an. Meinen Alltag zu planen ist deshalb nicht immer ganz so einfach – ich lebe vielmehr in den Tag hinein und lasse von dem überraschen, was dieser bringt. Wenn ich jedoch einmal größere Unternehmungen, wie einen Ausflug zu Great Barrier Reef, machen will, gibt sich meine Gastfamilie jedes Mal größte Mühe, mir einen bestimmten Tag freizuhalten – so gelingt mir hier die fast perfekte Balance zwischen Arbeit und Abenteuer.

  3. Man muss nur offen sein, um neue Leute kennenzulernen.
    Anders als Backpacker, die einen Großteil ihrer Zeit in Hostels verbringen, trifft man als Au Pair nicht automatisch auf neue Leute. Wenn man als Au Pair auf Gleichgesinnte treffen und Freundschaften schließen will, dann sollte man vor allem offen sein und auf andere zugehen. Sei es in der Stadt, an Cairns beliebter Lagune oder an einem Wasserfall – hier gibt es eigentlich überall Leute, die gerne neue Kontakte knüpfen würden. Meistens geht es nur darum, dass jemand den ersten Schritt macht. Es braucht nicht viel mehr als ein Lächeln oder ein einfaches „Hallo!“, um eine Verbindung zu schaffen.

    Heutzutage sind natürlich auch soziale Netzwerke eine gute Alternative, wenn man auf der Suche nach neuen Bekanntschaften und „Travelmates“ ist. Ich selbst war bis ich nach Australien kam nie ein großer Fan von Facebook. Da ich dann jedoch hörte, dass es auf dieser Plattform zahlreiche Gruppen für Au Pairs und Backpacker in und um Cairns geben soll, beschloss ich, mir für meine Zeit als Au Pair einen Facebook Account zu erstellen. Ich kann nun sagen, dass das auf jeden Fall eine gute Entscheidung war – auch dank Facebook habe ich hier schon eine Menge tolle Reisende kennengelernt und spontane Tripsgemacht.

  4. Die Zeit vergeht wie im Flug.

    Ich bin nun tatsächlich schon seit fast zwei Monaten als Au Pair in Australien. Weihnachten und Neujahr stehen vor der Tür und ich fühle mich, als wäre noch immer Juli – was natürlich größtenteils auch an den tropischen Temperaturen in Cairns liegt. Wenn ich zurückblicke und an den Tag meines Abflugs denke, fühlt es sich an, als hätte ich Deutschland erst vor ein paar Tagen verlassen. Obwohl ich nun schon seit vielen Wochen meine Familie und meine Freunde nicht mehr gesehen habe, fühle ich mich ihnen immer noch nah.

    Ich kann gar nicht glauben, wie schnell die Zeit doch vergangen ist. Ein Drittel meines halben Jahres als Au Pair liegt nun bereits hinter mir – acht Wochen voller unvergleichlicher Erfahrungen, spannender Trips und neuer Freundschaften. So viel Spaß wie ich hatte, ist es kein Wunder, dass ich mich fühle wie im Flug.

  5. Eine nette Gastfamilie ist das A&O.

    Um sich am anderen Ende der Welt als Au Pair wohl zu fühlen, braucht man vor allem eins: eine nette Gastfamilie. Ich kann mein Glück noch gar nicht fassen, weil ich tatsächlich das Gefühl habe, nicht nur eine nette, sondern die zu mir perfekt passende Gastfamilie gefunden zu haben. Mit den beiden Kindern habe ich mich von Anfang an total gut verstanden – auf sie aufzupassen und mit ihnen zu spielen, fühlt sich definitiv nicht wie Arbeit an.

    Und auch meine Gasteltern sind einfach super. Sie stehen mir immer zur Seite und tuen ihr Bestes, um mir das Gefühl zu geben, ein Teil der Familie zu sein. Dank der Gastfreundschaft, die mir hier entgegengebracht wird, fühle ich mich hier – am anderen Ende der Welt – wirklich wie zuhause.

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